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ESSA 2016 Annual Integrity Report

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Über ESSA

Die ESSA ist eine gemeinnützige Organisation, deren Mitglieder ihr Geschäft über Vertriebs-, Online- und Telefonkanäle betreiben. Bei all diesen Kanälen werden Vorschriften zur Identitätsüberprüfung (KYC) und zur Geldwäsche-Prävention sowie aufsichtsrechtliche Vorschriften zum Schutz der Wett- und Sportintegrität eingehalten. Die Rolle der ESSA ist es, ein Frühwarnsystem bereitzustellen, mit dem die Korruption durch Manipulation bei Sportveranstaltungen auf den Wettmärkten der ESSA-Mitglieder aufgespürt und bekämpft werden soll. Alle ESSA-Mitglieder müssen lizenziert sein, was dazu führt, dass die Kontrolle und Durchsetzungsbefugnis über ihre Geschäftsaktivitäten an Behörden wie beispielsweise Glücksspielbehörden übergeht.

Die ESSA verwendet ein zweistufiges System, mit dem ihre Mitglieder schnell und effizient ermitteln können, ob bei ihren Sportveranstaltungen etwaige betrügerische Aktivitäten oder unfaire Marktmanipulationen stattfinden. Das zweistufige System besteht aus:

Stufe 1: Internal Control System (ICS). Alle ESSA-Mitglieder müssen im Rahmen des jeweiligen Lizenzierungssystems und des jeweils für sie geltenden Glücksspielrechts ein anspruchsvolles internes Kontrollsystem (ICS) einsetzen. Diese gesetzliche Bestimmung verpflichtet die ESSA-Mitglieder zur Anwendung strenger Schutzmaßnahmen zur Überwachung, „wer auf was wettet“, und zur Speicherung von Belegen aller Transaktionen, wobei ein digitaler Fingerabdruck und ein detailliertes Prüfprotokoll erstellt werden.

Stufe 2: ESSA Early Warning System (EWS). Das ESSA-Frühwarnsystem (EWS) funktioniert hauptsächlich durch den Input seitens seiner Mitglieder, wobei es sich insbesondere um von Mitgliedern ausgegebene Warnungen über verdächtige Transaktionen handelt, die durch deren interne Kontrollsysteme aufgespürt werden.

Im Gegensatz zu anderen Systemen, die hauptsächlich mit öffentlich verfügbaren externen Marktinformationen (zum Beispiel auf Websites angezeigten Wettquotenbewegungen) arbeiten, basiert das ESSA-System auf einer breiteren Grundlage an Echtzeit- und Sachinformationen in den internen Systemen der ESSA-Mitglieder. Nur Wettanbieter in den Märkten der ESSA-Mitglieder haben unmittelbare Kenntnis darüber, „wer auf was wettet“ (Know Your Customer/Know Your Transaction), was vor allem die Beträge und Standorte derjenigen Wetten beinhaltet. Bei der Ermittlung sind diese Dateien wesentlich, um herauszufinden, ob eine Transaktion möglicherweise mit einem Fall von Sportwettenkorruption in Verbindung steht.

Der betriebliche Ablauf funktioniert wie folgt: Ein ESSA-Mitglied entdeckt bei einer bestimmten Veranstaltung ein ungewöhnliches Wettverhaltensmuster (Stufe 1, ICS). Dieses wird dann umgehend gemeldet und an das ESSA-Sicherheitsteam und den Chef-Buchmacher weitergegeben. Wenn sich der Verdacht als potenzielle Gefahr erweist, wird eine Warnung für alle ESSA-Mitglieder ausgelöst (Stufe 2). Bei einer solchen Warnung, die über die Advanced Security Platform (ASP) der ESSA erfolgt, müssen die Mitglieder schnell reagieren und bestätigen, ob ähnliche Trends anderswo in ihren Märkten beobachtet wurden oder nicht. Falls ja, sind sie gehalten, möglichst viele Detailinformationen zu liefern. Hier sollte darauf hingewiesen werden, dass die ESSA-Mitglieder sich bei ihrem Einsatz für die Bekämpfung gegen die Korruption bei Sportwetten und die diesbezügliche uneingeschränkte Kooperation mit allen anderen Interessenvertretern bestimmte gesetzliche Vorschriften, zum Beispiel an Datenschutzgesetze, befolgen müssen.

Wenn es Beweise für potenzielle betrügerische Aktivitäten gibt, zum Beispiel, weil mehrere Mitglieder ein unregelmäßiges Wettverhaltensmuster gemeldet haben:

i) meldet die ESSA dies dem entsprechenden Sportdachverband gemäß der geltenden Absichtserklärung und

ii) empfiehlt die ESSA den betroffenen Mitgliedern, den Vorfall der eigenen nationalen Aufsichtsbehörde zu melden.

Zu diesem Zweck hat die ESSA Absichtserklärungen mit über 20 Sportverbänden und Aufsichtsbehörden, zum Beispiel der FIFA, dem IOC, der Tennis Integrity Unit, der UK Gambling Commission, der Alderney Gambling Control Commission, der Malta Lotteries and Gaming Authority und dem Gibraltar Gambling Commissioner, unterzeichnet.

Der Empfänger (Sportdachverband und/oder Glücksspielbehörde) überprüft dann, ob die betreffende Warnung Maßnahmen seinerseits erfordert.